IT-Emissionen – Wie wichtig ist Green IT in Deutschland

IT-Emissionen Green IT

Green IT setzt auf Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) die möglichst geringe IT-Emissionen freisetzt. Ein ressourcenschonender Umgang mit IKT schützt die Umwelt und macht auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für Unternehmen Sinn. Worauf kommt es für Unternehmen an und welche Ziele verfolgt die deutsche Bundesregierung in Sachen Green-IT?

IT-Emissionen im Unternehmen – Ist-Zustand definieren

Green IT umfasst als Sammelbegriff den umweltfreundlichen Einsatz von Informationstechnologien mit niedrigen IT Emissionen. Dabei ist für Unternehmen der Blick auf den Energie- und Ressourcenverbrauch entscheidend. Green IT kann an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen und beispielsweise das Rechenzentrum eines Unternehmens umweltfreundlich gestalten, aber sich genauso mit modernen Kommunikationsmedien auseinandersetzen, die einen Teil von aufwendigen Dienstreisen überflüssig machen.

Zunächst müssen Sie den Ist-Zustand der IT-Emissionen im Unternehmen ermitteln. Hilfreich können Fragestellungen sein wie:

  • Wie hoch ist der Stromverbrauch der Serversysteme?
  • Wieviel Strom benötigen die zugehörigen Klimaanlagen?
  • Wie gut ist die Rechenzentrumsfläche ausgelastet?
  • Wie alt ist die Infrastruktur?
  • Welche Betriebszeiten benötigt die Unternehmens-IT?

Identifizieren Sie die hohen Energiekonsumenten innerhalb der IT Ihres Unternehmens und erstellen Sie zunächst eine Top-10 Liste. Green IT kann in nahezu allen Bereichen der Unternehmens-IT zum Einsatz kommen. In bestimmten Unternehmensbereichen können deutliche Einspareffekte erzielt werden.

Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf das Rechenzentrum, in dem meist rund um die Uhr alle Systeme laufen. Prüfen Sie die PC Systeme der Mitarbeiter im Unternehmen. Laufen die PCs beispielsweise Tag und Nacht ohne Standby-Funktion? Anhand einer ersten Auflistung können Sie später die konkreten Green-IT-Maßnahmen zur Senkung der IT-Emissionen bestimmen.

IT-Emissionen Rechenzentrum und Infrastruktur auf dem Prüfstand

Verbraucht das Rechenzentrum Ihres Unternehmens zu viel Strom zu und ist vielleicht zur gleichen Zeit nur ungenügend ausgelastet? IT-Berater sehen sich häufiger mit Unternehmen konfrontiert, in denen das Rechenzentrum zu groß für die eignete IT-Infrastruktur im Unternehmen dimensioniert ist.

Oft ist dies auch in der Unternehmenshistorie begründet, denn noch vor 10 Jahren waren Server, Speicherlösungen etc. deutlich größer dimensioniert, als heute. Neue IT-Ausstattung benötigt oft deutlich weniger Platz, aber die Größe des Rechenzentrums im Unternehmen wird häufig beibehalten. Dabei kommt es zu viel zu großen Klimasystemen und unwirtschaftlichen Klimatisierungskonzepten aber auch zu großen USV-Systemen (Systeme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung).

Im Rahmen von Green IT kann die Infrastruktur auf die veränderten und moderneren IT-Systeme sinnvoll abgestimmt werden. Die wachsende Packungsdichte von Rechenleistung in IT Systemen führt zu thermische Hotspots. Eine optimierte Kühlung lässt an dieser Stelle ganz andere Raumtemperaturen in Rechenzentren zu. Einen wertvollen Einsparungseffekt bei den IT Emissionen können somit beispielsweise verkleinerte Rechenzentrumsflächen, sowie die damit verbundenen, effektiv klimatisierten IT-Systeme bieten.

Betriebswirtschaftlicher Vorteil für Unternehmen

Über die reinen IT Emissionen hinaus, können Unternehmen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht von Green IT profitieren. Rechenzentrum und PCs verbrauchen unter Nutzung von Green IT Konzepten deutlich weniger Strom und die Wartungsaufwände sinken beispielsweise durch Zentralisierung und Automatisierungsprozesse.

Stellenwert von Green IT in Deutschland heute

Bislang hat Green IT in zahlreichen Unternehmen in Deutschland noch nicht das angemessene Standing. Insbesondere in Industrieunternehmen und im produzieren Gewerbe sind die Verbräuche an Strom durch die IT im Vergleich zum gesamten Stromverbrauch häufig vernachlässigbar. Unternehmen in Deutschland hinken im Bereich Energieeffizienz noch hinterher.

Allerdings haben die Mehrheit der Unternehmen die großen Einsparungspotentiale erkannt. Dies geht bereits aus einer Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahre 2013 hervor. In der Green Office Umfrage bewerteten schon damals 79 Prozent der befragten Unternehmen die Nutzung energieeffizienter Informations- und Kommunikationsgeräte als „wichtig“ oder „eher wichtig“.

Dieser Wert hat sich im Laufe der letzten Jahre sicher noch einmal erhöht. Nicht nur im Hinblick auf Kostensenkung, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit haben viele Unternehmen Green IT mittlerweile als Wettbewerbsvorteil erkannt. Zur Erreichung der ökologischen Einsparungspotentiale verlegen deutsche Unternehmen zunehmend Daten vom eigenen Rechner auf Server oder in die Cloud. Damit wird es möglich, Daten für die unterschiedlichsten Nutzer auf diversen Endgeräten verfügbar zu machen und gleichzeitig einen geringen Energieverbrauch durch geänderte Hardwarebedingungen zu realisieren.

Green IT-Initiative des Bundes

Die Deutsche Bundesregierung hat bereits im Jahre 2008 die Green IT-Initiative des Bundes ins Leben gerufen. Im Jahr 2016 wurde hier der real gemessene Wert von 353 Gigawattstunden der Orientierungswert von 390 Gigawattstunden jährlich unterschritten.

Insbesondere ab 2017 konnten die Ziele für die Jahre 2014-2017 zur Effizienzsteigerungen und damit Energieverbrauchseinsparungen jedoch nicht eingehalten werden, da in der Übergangsphase der Betriebskonsolidierung (Konzentration der IT-Betriebe der unmittelbaren Bundesverwaltung – Übergang des IT-Betriebs der Behörden und Ressorts auf einen IT-Leistungsverbund (IT-Dienstleister), Parallelbetriebe und damit erhöhte Energieverbräuche entstanden sind.

Zur Optimierung des IKT Energieverbrauchs öffentlicher Anwender verabschiedete der IT-Rat 2017 den Beschluss 2017/14, in dem die Ziele der Initiative von 2018 bis 2022 festgehalten wurden. Dabei soll u. a. der durch den IT-Betrieb verursachte Energieverbrauch 350 Gigawattstunden pro Jahr bis zum Jahr 2022 nicht überschreiten. Die Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz soll dabei anhand der Kriterien des Umweltzeichens „Blaue Engels“ erfolgen.

Fazit: IT und Software entwickeln sich rasant. Dabei steht jedoch die Energieeffizienz zunehmend im Vordergrund. Gleichzeitig übernimmt die Green IT einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.