Make or Buy? So treffen Sie sichere und kluge Entscheidungen!

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In Zeiten von Globalisierung, wachsendem Wettbewerb und immer kürzeren Lebenszyklen der Produkte müssen Unternehmen flexibel und kostengünstig auf aktuelle Marktbedingungen reagieren. Viele Unternehmen stellen sich die Frage – Make or Buy, produzieren wir selbst oder lassen wir produzieren? So treffen Sie sichere und kluge Entscheidungen.

Make or Buy, das ist hier die Frage …

Eigenfertigung versus Fremdbezug oder „Make or Buy“ (kurz: mob; make „machen“ und buy „kaufen“) – Unternehmen müssen regelmäßig die Entscheidung darüber treffen, ob beispielsweise Bauteile, Zwischenprodukte, Dienstleistungen etc. im eigenen Unternehmen hergestellt oder von einem Lieferanten zugekauft werden.

Die Entscheidungsfindung erfolgt nach Kriterien wie Kosten, Zeit, Qualität, Ressourcen aber auch nach bestehenden Chancen und Risiken. Eine strategische Eigenfertigung/Fremdbezug-Analyse ist unerlässlich, nicht nur um bestehende Vorteile sowie Nachteile zu evaluieren, sondern um sich dauerhaft auch auf die eigentlichen Kernkompetenzen fokussieren zu können.

Die Make or Buy Analyse

Im Rahmen einer Make or Buy-Analyse wird nicht nur eine Wirtschaftlichkeitsanalyse durchgeführt, sondern Risiken abgewägt und verschiedene Einflussgrößen wie Kosten, Qualität, konkrete Ziele, Liquidität oder Auswirkungen auf das Unternehmensimage berücksichtigt. Folgende Einflussfaktoren sollten Sie berücksichtigen:

Klare Zieldefinition: Grundlage für eine solide Make or Buy Analyse ist die klare Formulierung der Ziele beispielsweise in Hinblick auf Kostenvorteile, Fokus auf das Kerngeschäft …

Kostenaufstellung: Zu den wichtigsten Inhalten einer Make or Buy Analyse gehört die Aufstellung der Beschaffungs- und Fertigungskosten. Die zugehörigen Modelle zur Kalkulation sind stark abhängig von der Kapazitätsauslastung Ihres Unternehmens. Besteht keine Vollauslastung kann es lohnenswert sein, bislang als Fremdleistung bezogene Elemente in Eigenleistung herzustellen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Kommt es hingegen zu Produktionsengpässen im eigenen Unternehmen, ist ein Fremdbezug zu prüfen, um mögliche Einbußen beim Umsatz zu vermeiden.

Unternehmensliquidität: Die Liquidität Ihres Unternehmens trägt maßgeblich dazu bei, ob eine Eigenfertigung überhaupt umsetzbar ist. Denn die Erweiterung der Produktion setzt meist höhere Investitionen voraus, denen eine passende Liquidität zugrunde liegen muss.
Imagewirkung: Make or Buy Entscheidungen werden nicht nur aus Kostengesichtspunkten getroffen, auch Überlegungen zum Image spielen eine Rolle. Beispielsweise können Produkte ausgewählter Lieferanten maßgeblich für das Qualitätsimage des Unternehmens sein. Legen Ihre Kunden einen hohen Wert auf das Qualitätsimage bestimmter Teile kann sich eine Eigenfertigung negativ auswirken.

Lieferanten: Sind geeignete Lieferanten vorhanden? Nur wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten können, kann ein Fremdbezug in Betracht gezogen werden.

Qualitätsgarantie: Wird die Qualität aufgrund von Fremdleistungen bemängelt, kann eine Eigenfertigung die Anforderungen sicherstellen und die eigentliche Qualitätssicherung liegt in der unternehmenseigenen Verantwortung.
Zeitaufwand: Führt eine Eigenfertigung oder ein Fremdbezug schneller zu den gesetzten Zielen? Die Antwort auf die Frage kann im Rahmen der Analyse eine wichtige Einflussgröße auf die Make-or-Buy-Entscheidung sein.

Make or Buy: strategische und operative Entscheidungen

Es existieren zwei grundlegende Arten von Make or Buy Entscheidungen: strategische und operative.

Operative Make or Buy Entscheidungen zielen auf kurzfristige Kostenvorteile ab. Sie verfolgen somit insbesondere kurzfristige Ziele und sind hauptsächlich kostenorientiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf der aktuellen Kapazitätsauslastung. Operative Make or Buy Entscheidungen erfordern infolge ihrer zeitlichen Befristung selten eine langfristige Abgabe von Kompetenzen oder Know-how. Operative Make-or-Buy-Entscheidungen sind darüber hinaus in der Regel weitestgehend korrigierbar (oft auch ohne großen Kostenaufwand).

Strategische Make or Buy Entscheidung hingegen verfolgen langfristige Wettbewerbsvorteile. Während in der Vergangenheit häufig operative Make or Buy Entscheidungen von Unternehmen realisiert wurden, spielen heute auch auf internationaler Ebene vor allem strategische Make-or-Buy-Entscheidungen eine wichtige Rolle. Strategische Make-or-Buy-Entscheidungen richten ihren Fokus auf eine langfristige Produktionsauslagerung bzw. -übernahme aus und halten dabei immer das Kerngeschäft im Blick. Strategisch orientierte Make or Buy Entscheidungen gehen in Abhängigkeit von der Entscheidung für eine Eigenfertigung oder einen Fremdbezug mit einem Aufbau bzw. Verlust von Kompetenzen und Know-how einher.

Strategische Make or Buy Entscheidungen erfolgen in der Regel mit einem weitreichenden Umbau der Unternehmensstruktur und der Produktionsprozesse. Sie lassen sich folglich meist nur unter einem enormen Kostenaufwand korrigieren.

Unterschied zwischen Make or Buy und Outsourcing

Beim Outsourcing kann es sich um eine Make or Buy Entscheidung handeln. Jedoch verfolgt das Outsourcing zugunsten von Kosteneinsparungen sowie höherer Flexibilität das Ziel, bisher meist im eigenen Unternehmen selbst erstellte Prozesse oder Leistungen, auszulagern. Make-or-Buy bezieht sich hingegen auf die Frage, ob eine Eigenfertigung oder ein Fremdbezug erfolgen soll.

Fazit: Make or Buy

Make or Buy umfasst eine ganze Reihen von Faktoren. Darüber hinaus ist es entscheidend, ob Sie in Ihrem Unternehmen mit einer Make or Buy Entscheidung operative oder strategische Ansätze verfolgen. Die reine Wirtschaftlichkeitsanalyse ist aus diesem Grund nur ein Teil der gesamten Make or Buy Analyse. Ziele, Image und Qualität etc. können wertvolle Faktoren sein, die eine Make-or- Buy-Entscheidung maßgeblich beeinflussen.

Für Make Entscheidungen müssen die notwendigen Kenntnisse und Ressourcen im eigenen Unternehmen vorhanden sind. Insbesondere wenn das Produkt das Kerngeschäft betrifft, das Know-how in diesem Bereich einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellt oder keine zuverlässigen Lieferanten verfügbar sind, können dies Faktoren für eine Make Entscheidung sein.

Buy Entscheidungen können dann sinnvoll sein, wenn der Einkauf von Zusatzprodukten beispielsweise eine sinnvolle Ergänzung der eigenen Produktpallette darstellt, sich die unternehmenseigene Produktion aber nicht lohnt. Auch wenn nicht genügende Kenntnisse für Make vorhanden sind, kann im Rahmen von Buy Entscheidungen das Know-how externer Spezialisten zum Wettbewerbsvorteil genutzt werden.