IT-Strategie entwickeln – Wie Sie es angehen können und was hinein gehört

IT-Strategie

Bei der Entwicklung einer IT-Strategie handelt es sich um eine komplexe Aufgabe. Ziel ist es, die Anforderungen des Unternehmens umzusetzen, dabei die Kosten zu minimieren und die IT-Architektur (Anwendungen und IT-Infrastruktur) zukunftsorientiert aufzubauen. Der originäre Nutzen einer IT-Strategie liegt darin, die Unternehmensziele individuell in die IT-Unterstützung zu übersetzen. Eine Unternehmensstrategie ohne entsprechende IT ist nicht mehr vorstellbar.

Schritt- für-Schritt Entwicklung einer IT-Strategie

Für die solide Entwicklung einer IT Strategie empfiehlt es sich, die IT-Strategie in mehrere Teile zu untergliedern. Wie Sie die Umsetzung Ihrer IT-Strategie angehen können und was alles hinein gehört, erfahren Sie in den folgenden Punkten.

1. Vorbereitung zur IT-Strategie-Entwicklung

In der Vorbereitungsphase ermitteln Sie zunächst das Umfeld, das die Rahmenbedingungen für die IT-Nutzung vorgibt. Dieses wird bestimmt durch den Einfluss der Stakeholder, auf die Wertschöpfung des Unternehmens, somit dessen Nutzenrealisierung, Ressourceneinsatz sowie der Umgang mit Risiken nehmen. Bei Stakeholder handelt es sich um alle Personen, Gruppen, Institutionen, die von den Aktivitäten eines Unternehmens direkt oder indirekt betroffen sind oder die irgendeinen Einfluss nehmen. Im Rahmen der Geschäftsstrategie sind alle Erfolgsziele festgehalten, die wiederrum für die allgemeine IT-Nutzung sowie auf weitere Aspekte Einfluss haben.

2. Ermittlung Ist-Stand

Im zweiten Step dreht sich alles um die Erfassung der aktuellen IT-Ist-Nutzung inklusive der Identifikation möglicher Wettbewerbsvorteile. Konzentrieren Sie sich hier auf die Kernkompetenzen und die Hauptanwendungen.

Analyse von Stärken und Schwächen

Im Rahmen der Stärken-Schwächen-Analyse werden die Fähigkeiten und Ressourcen der Kernkompetenzen bewertet. Hierzu können Sie eine Skala nach Stärken und Schwächen relativ zum Mitbewerber nutzen, die sich auf die Grundausrichtung Ihrer IT-Nutzung bezieht. Wie weit und mit welchen Aufwand lassen sich die erfassten Stärken weiter ausbauen? Wie lassen sich bestehende Schwachstellen möglichst effizient und unter Berücksichtigung der Kosten beheben? Prüfen Sie, welche Kompetenzen vorhanden sind, die vielleicht noch nicht vollständig genutzt werden bzw. welche Kompetenzen gefragt sind, die bislang noch nicht vorhanden sind.

Analyse von Chancen und Risiken

Passend zu den internen Stärken und Schwächen Ihrer IT-Nutzung ist eine Betrachtung der externen Einflüsse wichtig. Unvorhersehbare Markt- und Umweltverhältnisse stellen eines der größten Probleme für Unternehmensentscheidungsträger dar. Für eine langfristige Strategieplanung benötigen Sie stabile oder zumindest absehbare Rahmenbedingungen. Nutzen können Sie an dieser Stelle u .a. den PESTEL-Ansatz. Dabei handelt es sich um ein bewährtes strategisches Hilfsmittel für die Analyse von Umweltfaktoren für da Unternehmen. Hierbei wird in folgende Einflussgrößen kategorisiert:

  • politische (political)
  • ökonomische (economical)
  • sozio-kulturelle (social)
  • technische (technological),
  • ökologische (environmental)
  • rechtliche (legal)

Die Einschätzung der Chancen und Risiken orientiert sich auch an den zuvor identifizierten Stärken und Schwächen sowie an der Grundausrichtung Ihrer IT-Nutzung.

3. strategische Ausrichtung

In der strategischen Ausrichtung ermitteln Sie alle Optionen für Ihre IT-Strategie anhand der Vorbereitung, der Ist-Situation sowie anhand interner und externer Entwicklungen und Einflussgrößen. Sie wägen mögliche IT-Strategien ab und wählen die Strategie aus, die Sie gern auch im Hinblick auf Kosten sowie Risiken umsetzen möchten. Mit welchen Merkmalen wollen Sie sich vom Wettbewerb differenzieren und wie verlieren Sie sich nicht in den kleinen Details der Umsetzung? Hierbei unterstützt Sie die schriftliche Dokumentation Ihrer IT-Strategie, bei der es einige wichtige Punkte zu beachten gilt.

4. Dokumentation der IT-Strategie

Eine schriftliche Dokumentation Ihrer IT-Strategie ist wichtig und auch sinnvoll, doch Vorsicht vor endlosen Abhandlungen, die schnell ihr eigentliches Ziel verfehlen. Die Kernaussage Ihrer IT Strategie sollte maximal eine Seite umfassen. Die komplette Dokumentation zwischen 10 bis 15 Seiten. Die IT-Strategie kann in Anlehnung an IT Strategy – Gartner IT erfolgen:

• Management-Summary
• IT-Strategie Kontext
• IT-Strategie Übersicht
• IT-Demand
• IT-Demand-Management/IT-Steuerung
• IT-Supply

Die ersten Punkte fokussieren sich auf die Zusammenfassung, Kernvorgaben und -annahmen zu Ihrer IT-Strategie. Der Bereich IT-Demand beschäftigt sich mit dem Geschäftskontext und den individuellen Erfolgsfaktoren, die durch eine strategische Ausrichtung der IT unterstützt werden. Der Punkt IT-Demand-Management bezieht sich auf markante Merkmale der IT-Steuerung. Hier können 5-10 Prinzipien zum grundsätzlichen Umgang mit der IT im Unternehmen aufgestellt werden, dazu gehören Inhalte zur Informationssystemarchitektur sowie die Bereitstellung (u. a. Finanzierung, Performance-Management etc.) von Daten und Anwendungen. Im letzten Bereich IT-Supply beschreiben Sie, wie die IT-Unterstützung in ihrem Unternehmen strategisch bereitstellt wird. Was unterscheidet die Architektur von der der Mitbewerber? Im Anschluss folgt die Umsetzung der IT-Strategie, für die eine gesonderte Planung mit Benennung von Handlungsfeldern etc. empfehlenswert ist.

5. Kontinuierliches Controlling

Unternehmen unterliegen heute einem starken und permanenten Wandel. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Anpassung der IT-Strategie empfehlenswert, die zeitlich sowie inhaltlich mit der Überarbeitung der Unternehmensstrategie synchronisiert werden sollte. Um aktuelle Trends zeitnah berücksichtigen zu können, empfiehlt sich eine Überprüfung in einem Zyklus von etwa 2 – 3 Jahren. So wird es möglich die IT-Strategie zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil auszubauen, aber insbesondere auch in Sachen Agilität vorübergehende Vorteile für Ihr Unternehmen zu nutzen.